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  • Zürich und Basel: Zwei Wege, Weinregionen zu erklären

    Zürich und Basel: Zwei Wege, Weinregionen zu erklären

    Weinregionen kommen im November an zwei sehr unterschiedlichen Orten in die Stadt: auf die Zürichseeflotte am Bürkliplatz und in die historischen Säle des Badischen Bahnhofs in Basel. Die Expovina läuft vom 29. Oktober bis 12. November 2026; der Badische Weinbahnhof folgt am 14. November. Hier eine internationale Auswahl, dort die Konzentration auf ein deutsches Anbaugebiet.

    Beide Veranstaltungen bringen Herkunft dorthin, wo das Publikum lebt. Doch ihre Programme setzen unterschiedliche Schwerpunkte: Zürich bietet Orientierung in einer großen Weinwelt, Basel macht Unterschiede innerhalb einer benachbarten Region zum Thema.

    Zürich: Orientierung zwischen vielen Herkünften

    Für die Expovina nennt der Veranstalter rund 200 Aussteller und etwa 4.000 Weine aus 33 Ländern. Portugal ist Gastland. Die Messe findet diesmal nicht ausschließlich auf Schiffen statt: Wegen des tiefen Wasserstands wurde ein rund 1.000 Quadratmeter großer Seepavillon eingerichtet. Einzelne Standortangaben im gedruckten Katalog können deshalb überholt sein.

    Zur Vermittlung gehören mehrere Ebenen. Eine digitale Messebegleitung bündelt Weine, Aussteller und Programm. Masterclasses in der Captain’s Lounge auf der Fähre Schwan widmen sich unter anderem Regionen; an der Swan Tasting Bar sind wechselnde Gastregionen vorgesehen. Neben dem Gespräch am Stand gibt es damit ausdrücklich Angebote, die eine Auswahl thematisch zusammenführen.

    Auch prämierte Weine der Expovina Wine Trophy sind Teil des Messeangebots. Auszeichnungen stehen hier also neben Wissensformaten. Über die geografische Herkunft einer Flasche, ihre Rebsorte und die Arbeit im Keller geben allerdings erst die jeweiligen Produktinformationen und Erläuterungen Auskunft. Eine Medaille allein beantwortet diese Fragen nicht.

    Basel: Eine Region wird aufgefächert

    Der Badische Weinbahnhof kündigt für den 14. November von 14 bis 20 Uhr mehr als 30 Betriebe im Gare du Nord im Badischen Bahnhof an. Es ist nach Veranstalterangaben die siebte Ausgabe. Die veröffentlichte Betriebsliste reicht von Weil am Rhein und Istein über Ihringen und Königschaffhausen bis nach Durbach und St. Leon-Rot.

    Damit ist der geografische Rahmen enger als in Zürich, aber keineswegs einheitlich. Baden gliedert sich in neun Weinbaubereiche. Das Deutsche Weininstitut hebt für das Markgräflerland den Gutedel hervor, während am Kaiserstuhl und Tuniberg rote und weiße Burgundersorten eine wichtige Rolle spielen. Schon die Zuordnung eines Betriebs zu seinem Bereich hilft, den großen Herkunftsnamen Baden genauer zu fassen.

    Wie Herkunft und Handwerk zusammenkommen, zeigt ein Ausstellerporträt des Veranstalters: Beim Weingut am Schlipf in Weil am Rhein nennt es für Gutedel Maischegärung und langes Hefelager. Das ist zunächst eine Information über die Erzeugung, keine unabhängige Verkostungsbeschreibung. Sie macht aber deutlich, warum die Rebsorte allein einen Wein noch nicht erklärt.

    Was hinter dem Regionsnamen liegt

    Auch das Wort Vulkan erklärt den Kaiserstuhl nur teilweise. Die Landesgeologie beschreibt dort einen kleinräumigen Wechsel der Ausgangsgesteine und Böden; große Flächen sind von Löss geprägt. Die konkrete Lage eines Weinbergs ist daher aufschlussreicher als ein pauschales Gesteinsetikett. Welche Bedeutung der Standort für einen bestimmten Wein hat, muss am einzelnen Beispiel erläutert werden.

    Die Programme eröffnen somit zwei Vergleichsmöglichkeiten: zwischen Ländern und Regionen in Zürich, zwischen Betrieben einer Region in Basel. Welcher Zugang beim Publikum mehr Verständnis schafft, lässt sich aus den Ankündigungen nicht ableiten. Belegt sind die Angebote, nicht ihr Lernerfolg. Für die Erklärung einer Flasche liefern jedoch Ort, Rebsorte und Ausbau jeweils andere Informationen als Punktzahl und Preis.