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  • Sekt zwischen Rieslinglosen: Wie eine Auktion ihr Angebot erweitert

    Sekt zwischen Rieslinglosen: Wie eine Auktion ihr Angebot erweitert

    Die Liste ist lang und auffällig geschlossen: Riesling, Lage, Jahrgang – immer wieder Stillwein, dazu einzelne Großformate und Raritäten. Mitten in den 30 Losen der VDP-Versteigerung an der Nahe stehen am 7. November jedoch zwei Posten, die das Muster aufbrechen. Gut Hermannsberg bringt seinen 2019er Rieslingsekt aus der Kupfergrube in zwei Flaschengrößen an den Start.

    Das ist keine zweite Versteigerung im Rahmen der ersten, sondern ein Schaumwein-Angebot innerhalb eines vor allem von Stillweinen geprägten Katalogs. Gerade diese Position macht den Sekt interessant: Er erweitert die Auswahl nicht über eine neue Rebsorte, sondern über eine andere Form, Riesling und Herkunft zu präsentieren.

    Zwei Lose, eine Herkunft

    Im Losverzeichnis steht der Sekt als „2019 Kupfergrube Schloßböckelheim Riesling Sekt extra brut“, ausgewiesen als VDP.SEKT PRESTIGE. Los N3 umfasst 360 Flaschen à 0,75 Liter. Los N4 bietet zwölf Magnumflaschen à 1,5 Liter. Das sind nicht bloß zwei Verpackungsvarianten: Mit dem Großformat wird dasselbe Produkt in einer anderen Flaschengröße angeboten, ohne dass der Katalog daraus eine eigene Stil- oder Jahrgangsaussage macht.

    Die Lose sind zudem räumlich klar verankert. „Kupfergrube“ ist die Herkunftsangabe im Namen; das Weingut sitzt an der Nahe, in Niederhausen. Der Auktionskatalog führt für beide Posten den Jahrgang 2019 und die Bezeichnung Extra Brut auf. Aussagen zu Ausbau, Reifezeit oder sensorischem Profil des angebotenen Sekts enthält die aktuelle Losübersicht nicht. Vor der Versteigerung lässt sich deshalb aus den Daten keine Verkostungsbewertung ableiten.

    Der Sekt neben den Stillweinen

    Der Kontrast ist im Katalog deutlich: Auf den Sekt folgen zahlreiche Riesling-Stillweine, darunter trockene Weine, Große Gewächse, eine Beerenauslese und weitere Raritäten. Auch Großformate gibt es mehrfach – etwa bei Rieslingen von Dr. Bürklin-Wolf, Emrich-Schönleber und K. F. Groebe. Der Sekt tritt also nicht allein gegen Stillwein an, sondern steht in einem Angebot, das Herkunft, Jahrgang, Reife und Flaschengröße auf verschiedene Weise nebeneinanderstellt.

    Für den Veranstalter gehört die Versteigerung zur langen Bad Kreuznacher Tradition: Der VDP verweist auf eine Geschichte, die bis 1912 zurückreiche. 2026 beteiligen sich nach dessen Angaben 14 Weingüter aus Nahe, Ahr, Rheinhessen und Pfalz. Die Vorprobe ist von 9 bis 11 Uhr im Museum Römerhalle angekündigt; die nasse Versteigerung beginnt dort um 13 Uhr. Dabei werden die ausgerufenen Weine im Saal ausgeschenkt, wie der Verband mitteilt.

    Eine Ergänzung, kein Markturteil

    Der 2019er Sekt nimmt im Katalog eine kleine, aber klar erkennbare Sonderrolle ein: zwei Lose, eine Lage, ein Jahrgang, zwei Flaschengrößen. Das erweitert die Auktion um eine Schaumweinposition, ohne das Grundprofil des Angebots zu verändern. Ob die besondere Form und die Großflasche bei den Bietenden auf Resonanz stoßen, zeigt sich erst am 7. November. Vorab lässt sich lediglich feststellen, dass der Sekt im Losverzeichnis nicht als Randnotiz verschwindet, sondern als eigenständiges Produkt neben den Riesling-Stillweinen steht.